5 praktische Tipps zur Integration von Breathwork-Erfahrungen

Es ist der Klassiker. Du hast eine sehr tiefgründige, potenziell lebensverändernde Breathwork-Erfahrung. Danach kommt der nächste Montag, der Alltag hat Dich wieder und schon hast Du alles vergessen und verdrängt. (Das gleiche gilt übrigens für diverse andere Methoden, inklusive beispielsweise Psychedelika wie LSD oder Psilocybin-Pilze.) Nicht zu Unrecht sagen viele, Integration der Erfahrung sei mindestens genauso wichtig wie die Erfahrung selbst. Wieso eigentlich?

Wieso ist die Integration der Erfahrung so wichtig?

Nun, Breathwork-Sessions sind oft sehr kraftvolle und intensive Erfahrungen, wo wir Blockaden lösen und Insights für unser Leben erhalten. Die große Veränderung tritt allerdings meist erst dann ein, wenn wir diese neuen Ideen und Denkanstöße in die Realität umsetzen. Ein praktisches Beispiel: Du erkennst während einer Breathwork-Reise, dass Du gerne viel mehr Zeit mit Deiner Familie und vor allem Deinen betagten Großeltern verbringen möchtest, da es Dich glücklich macht und Du aus persönlichem Verbinden ganz viel Kraft ziehst. Diese Erkenntnis musst Du allerdings erst umsetzen, so dass sie ihren Wert entfalten kann.

“After the ecstasy, the laundry” Jack Kornfield zum Thema Integration von spirituellen Erfahrungen

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, wieso die Integration so wichtig ist: Oft denkt man nach der Session, es wäre eigentlich eh gar nicht so viel passiert. Dann fängt man an jemandem von der Session zu erzählen, oder die eigenen Gedanken und Erinnerungen aufzuschreiben. Plötzlich sprudelt es nur so aus einem heraus und man kommt drauf, dass eigentlich doch sehr viel passierte. Alleine durch den Prozess und dass man sich mit der Session beschäftigt, sind die persönlichen Erfahrungen plötzlich wieder viel präsenter.

Wieso erinnern wir uns eigentlich nach einer Breathwork Session oft nicht sofort an die Details beziehungsweiße vergessen sie so schnell? Das hat mit dem Konzept von “State-Dependent Memory” (zustandsabhängige Erinnerung) zu tun. Wir erinnern uns besser an etwas, wenn wir in dem Zustand sind, in dem wir die Erinnerung ursprünglich geschaffen haben. Ein Beispiel: trinken wir beim Lernen für eine Prüfung Kaffee, sollten wir auch während der Prüfung Kaffee trinken. Was bedeutet das für unsere Breathwork-Sessions? Nun, wir müssen extra Energie investieren, dass wir unsere Erfahrungen in den Alltag übersetzen

Für die Integration von Breathwork-Erfahrungen gibt es mehrere Möglichkeiten und Werkzeuge. Das Wichtigste ist allerdings, dass man seiner Erfahrung Zeit und Raum gibt.

1. Journaling

Für viele ist schreiben wohl die einfachste und effektivste Methode. Hier gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten und Tipps. Wichtig ist immer, dass man einfach darauf losschreibt, ohne viel nachzudenken:

  • Ein einfaches Tagebuch, wo man sich täglich ein paar Minuten Zeit nimmt, für die eigene Reflexion

  • Ein persönlicher, innerer, Dialog: die rechte Hand schreibt eine Frage auf - die innere Hand schreibt die Antwort. Das geht einfach ohne viel nachzudenken im Fluss immer so weiter.

  • Eine Struktur für das Journaling mit folgenden Blöcken:

    • Detaillierte Beschreibung der persönlichen Erfahrung inklusive:

      • Wie kann ich die Erfahrung in einem Satz zusammenfassen?

      • Wie hat sich die Session in meinem Körper angefühlt?

      • Welche Emotionen kamen hoch?

      • An welche Erinnerungen / persönliche Themen kann ich mich erinnern?

      • Welche Insights hatte ich während der Session?

      • Konnte ich während der Erfahrung etwas loslassen?

    • Priorisierung von 2-3 Themen für die Umsetzung

    • Erstellung eines praktischen Plans für die Umsetzung

2. Malen (oder andere kreative Tätigkeiten)

Im Rahmen von offiziellen Holotropen Atmen Workshops, malen allen Teilnehmende im Anschluss an das Atmen eine Mandala mit Buntstiften. Im anschließenden Sharing-Kreis sind sie dann eingeladen zu erzählen, ihr Gemälde zu beschreiben und beispielsweise Farben und Formen zu interpretieren. Diese Methode ist insofern hilfreich, als dass man auf einem leeren Blatt Papier mit bunten Farben seiner Kreativität freien lauf lassen kann. Wichtig ist auch hier, einfach darauf loszumalen, ohne viel nachzudenken.

3. Mit vertrauten Personen sprechen

Es kann auch einfach helfen, jemanden von seinen eigenen Erfahrungen zu erzählen. Dabei braucht es gar keinen ausgefeilten Prozess, sondern einfach nur jemanden, der einem zuhört. Du wirst feststellen, alleine die Tatsache, dass Du von Deiner Erfahrung erzählst, macht etwas mit Dir. Du wirst Dich wahrscheinlich auch an mehr aus Deiner Session erinnern können, als vor dem Gespräch.

4. Meditation

Meditation ist eine großartige Möglichkeit, Deinen Erfahrungen Raum zu geben. Vor allem wenn Du schon Erfahrung damit hast, kann Meditation Dich in der Integration sehr gut begleiten.

5. Professionelle Sharing Gruppen / Coaching

Es gibt mittlerweile einige Angebote, Dich in Deiner Integration zu unterstützen. Ich persönlich unterstütze Dich sehr gerne dabei, beispielsweise in der Form von Coaching-Gesprächen. (Schreibe mir dazu am besten einfach eine E-Mail). Ein Beispiel für ein weiteres professionelles, deutschsprachiges Programm ist das 6-wöchige online Programm “Footsteps” der Mind Foundation. In diesem Programm werden Personen belgeitet, die bewusstseinserweiternde Erfahrungen gemacht haben, unabhängig mit welcher Methode.

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Wird man durch Atmen high? Breathwork vs. Psychedelika - ein Vergleich

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“Ich habe meine Geburt wiedererlebt!” Überblick typischer Breathwork Erfahrungen